Gigondas, ma passion

Ich warne Sie: Bei den Rotweinen der Appellation Gigondas bin ich hemmungslos subjektiv. Ich liebe diese Weine. Bei meinem ersten Besuch vor 25 Jahren waren sie noch wild und rau. Durch  neue Kellertechniken hat sich das geändert. Die Tannine wurden gezähmt, die Weine zeigen früher Frucht und Süsse. Einen Gigondas aus normalen oder herausragenden Jahren lässt man immer noch mit Vorteil reifen.

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Ja, es gibt sie noch, die ungezähmten, rauen Roten vom Fusse der Dentelles de Montmirail. Die Dentelles sind ein Bergmassivs am Ostrand des südlichen Rhonetals. Das Dorf Gigondas liegt etwa 40 Kilometer nördlich von Avignon.

Vom 6. bis 11. Oktober 2015 wurden 69 Weine im Caveau du Gigondas degustiert. Der Schwerpunkt lag auf dem Jahrgang 2012, der in der Schweiz momentan verfügbar ist – wenn überhaupt Weine der Appellation zu kaufen sind. Ausserdem Weine des Jahrgangs 2011, die in der Caveau in Gigondas noch angeboten werden. Dazu kommen einige wenige 2010er und 10 Weine des Jahrganges 2013. Bei Letzteren wurden diejenigen 2013er verkostet, bei denen schon ein Gewächs desselben Gutes degustiert worden war. Weine des Jahrganges 2014 wurden nicht probiert. Es dürfte noch dauern, bis die 14er in der Schweiz erhältlich ist.

Der Caveau du Gigondas – gegründet 1972, ein Jahr nach der Schaffung einer eigenen Appellation d’origine controlée (AOC) – wird von den Weingütern selbst finanziert. Alle Flaschen werden zu den gleichen Preisen wie auf den betreffenden Gütern verkauft. Diese entscheiden auch, welche Weine in der Caveau angeboten werden. Es kann deshalb vorkommen, dass Weine wie die Etiquette noir der Domaine du Terme oder Brussets Les Secrets de Montmirail fehlen.

Das sind meine zehn Favoriten aus Gigondas

Die 2013er – für den schnellen Konsum bestimmt

Die 2013er weisen bereits heute mehr Fruchtigkeit auf als die vorhergehender Jahre. Die Tannine fallen durchgehend leichter aus. Der Jahrgang wird mit Vorteil in den nächsten fünf bis sieben Jahren getrunken. Ausnahmen bilden Weine der Domaine Brusset oder la Bouïssière. Zehn Gigondas 2013 …

Die 2012er – klassisch und früher zugänglich

Kräftige, volle Weine, die mit Vorteil liegen gelassen werden.  Sie sind etwas weniger mächtig als die 2011er. Die Unterschiede sind jedoch klein. Die besten Gigondas 2012 …

Die 2011er – kräftige Weine mit vollem Körper 

Wer einen langlebigen Gigondas will, setzt auf den Jahrgang 2011. Die besten zeichnen sich durch mittlere bis kräftige Tannine und eine klare, wenn auch noch verhaltene Frucht aus. Der Jahrgang widerspiegelt Klima und Terroir hervorragend. Er hat kraftvolle Weine mit vollem Körper hervorgebracht. Die besten Gigondas 2011 …

Die 2010er – grossartig

Der Jahrgang 2010 ist wie in einigen anderen namhaften Weingebieten wie Bordeaux, die Toskana oder der nördlichen Rhône grossartig. Die Tannine sind rauer als 2011/2012, der Körper  steckt voller Kraft. Die verkosteten 2010er lässt man mit Vorteil noch zwei bis vier Jahre liegen, bevor man mit dem Konsum beginnt. Hervorragende 2010er …

Caveau du Gigondas, das Weinangebot im Oktober 2015

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